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Wenn die Zahnfee 2x klingelt – Bleibende Zähne

Nachdem wir uns im ersten Zahnfee-Teil die Milchzähne angeschaut haben, kommen unsere Kleinen jetzt aufs nächste Level. Sie sind ja schon groß. Die bleibenden Zähne sollen im Idealfall ein Leben lang halten. Das braucht viel Liebe und eine gehörige Portion Pflege. Gerade am Anfang stehen Eltern hier besonders in der Pflicht. Doch keine Panik! Wir helfen mit Tipps, Tricks und Vorsorge.

Bevor es losgeht, verschaffen wir uns doch erstmal einen Überblick wann welche bleibenden Zähne kommen. Das sind natürlich ungefähre Angaben, da Zähne von Mensch zu Mensch unterschiedlich durchbrechen. Klar. Man kann aber schon sagen, dass der Zahnwechsel mit etwa 6 Jahren beginnt, und etwa mit dem 25. Lebensjahr vollendet ist.

Das Ausfallen der Milchzähne

Theoretisch sollte der Prozess des Milchzahnausfalls folgendermaßen ablaufen: Der kommende bleibende Zahn drückt gemächlich auf die Wurzel des zu ersetzenden Milchzahns und löst diese auf. Dadurch wird der Zahn locker und fällt irgendwann aus.
Wir sagen „theoretisch“, weil dieser Prozess nicht immer wie am Fließband klappt.

Es kann vorkommen, dass der bleibende Zahn die Wurzel des Milchzahns verfehlt und sozusagen zahnversetzt durch das Zahnfleisch bricht. Das Ergebnis ist eine doppelte Zahnreihe, die manchmal auch als „Shark Teeth“, also Haifischzähne, bezeichnet wird.

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Die sogenannten Haifischzähne können dann entstehen, wenn der bleibende Zahn die Wurzel des Milchzahns verfehlt.

Wenn dein Kind anfangs mit Haifischzähnen durchs Leben schreitet, ist nicht unbedingt immer gleich eine Behandlung notwendig. Der Milchzahn fällt nämlich trotzdem irgendwann aus. Behindert die Doppelzahnreihe dein Kind aber in irgendeiner Form, kann eine Behandlung in Betracht gezogen werden. Das ist vor allem bei Schmerzen der Fall, oder wenn ein korrektes Zähneputzen nicht möglich ist. Auch sollte dein Zahnarzt prüfen, ob der Milchzahn andere bleibende Zähne am Durchbrechen hindert.

Pflege der neuen Zähne

Ein Leben lang sollen sie halten die neuen Zähne. Und gerade am Anfang sind sie wohl am anfälligsten für Karies und andere Übel, da der schützende Zahnschmelz noch nicht ausgereift ist. Dieser ist noch sehr weich, es fehlt ihm an Mineralien. Über einen Reifungsprozess von etwa zwei Jahren holt sich der Zahnschmelz die Mineralien aus dem Speichel und wird dabei immer härter und widerstandsfähiger. Während dieser Zeit ist er daher besonders anfällig. Vor allem Zucker, Säure sowie Bakterien schaden ihm. Ist der Zahnschmelz erst einmal ausgereift, ist er viel besser gewappnet, sich gegen Karies zur Wehr zu setzen.

Putzen mit Pasta

Die Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ), dem Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) 2018 neue Empfehlungen für Kinderzahnpasten beschl
Bei Milchzähnen sollen demnach Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm verwendet werden. Bei den bleibenden Zähnen wird mehr gebraucht, um die Entwicklung des Zahnschmelzes zu unterstützen. Ein Fluoridgehalt von 1000 ppm ist ideal.

Mit dem Zahnwechsel hat dein Kind hat nun ein Alter erreicht, bei dem auch die Zahnbürste mitwachsen sollte. Also, die kleine Babyzahnbürste entsorgen und sich eine mit größerem Bürstenkopf anschaffen. Und überhaupt findet der Zahnwechsel in einer Zeit statt, in der auch der gesamte Körper des Kindes Wachstumsschüben ausgesetzt ist.

Die Zahnlückenpubertät – Einmal tief durchatmen bitte

Die Backenzähne brauchen am meisten Platz und kommen meist mit den ersten Grundschuljahren. Deshalb werden sie auch Sechsjahrmolaren genannt. Zusammen mit dem Wechsel der Schneidezähne leiten sie die „Zahnlückenpubertät“ ein. Wie die eigentliche Pubertät, kann auch in manchen Fällen die Zahnlückenpubertät nicht ganz stressfrei für Kind und Eltern ablaufen. Dein Schatz macht einen Entwicklungsschub durch, bei dem auch für die Umwelt schon mal mehr wackeln kann als nur ein Zahn. Oft geht dies einher mit

  • plötzlich auftretenden Wutanfällen
  • extremen Stimmungsschwankungen
  • Dein Kind wirkt gereizt, launisch, traurig oder bedrückt.

Ein Vorgeschmack also auf die eigentliche Pubertät, die Jahre später folgen soll, mit dem Unterschied, dass die Zahnlückenpubertät nicht hormongesteuert ist.
Dein Kind erfährt sich gerade neu, bekommt die eigene Veränderung innerlich wie äußerlich bewusst mit. „Ich bin doch schon groß“ und „Ich bin doch kein Baby mehr“ wird wahrscheinlich genauso zum Sprachrepertoire deines Kindes gehören, wie die damit einhergehenden Wutanfälle.
Verständnis zeigen ist hier genauso gefragt wie Grenzen setzen.
Und ja, wir wissen aus eigener Erfahrung, dass es sich leichter schreibt als es umgesetzt werden kann.

Tatsache ist aber auch, dass die Zahnlückenpubertät nur eine Phase ist, und genau wie die teils schwierigen Phasen in den Jahren zuvor, geht auch diese Phase vorüber. Und vielleicht wissen wir es nicht mehr so genau, aber auch wir Eltern haben irgendwann einmal die Zahnlückenpubertät durchlaufen.

Der Einsatz der Zahnfee

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Was muss ich als Zahnfee noch einmal genau machen?

Wenn Du vergessen hast, was dein Job als Zahnfee ist, dann sei hier noch einmal kurz daran erinnert.

Die Zahnfee kommt nachts leise ins Zimmer geflattert, nimmt sich den verlorenen Milchzahn und tauscht ihn gegen ein Geschenk ein. Das verschönert den Zahnausfall für das Kind ungemein. Nun machen aber nur die wenigsten Eltern bei jedem verlorenen Milchzahn ein Geschenk. Irgendwann ist es auch genug. Wann das der Fall ist, entscheiden Eltern am besten selbst. Nur zur Erinnerung:
Die hintersten Backenzähne kommen in einem Alter zwischen 17 und 25. Wenn dann immer noch voller Freude die Zahnfee erwartet wird, lief wahrscheinlich irgendwann, irgendwo etwas falsch.

In diesem Sinne wünschen wir einen problemlosen Zahnwechsel. Für alle Beteiligten.
Eure Zahnarztpraxis Reiniger

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