Zahnfleisch für Zahngesundheit

Das Zahnfleisch

Warum Zahnfleisch für die Zahngesundheit unverzichtbar ist

Zahngesundheit wird oft an weißen, geraden Zähnen gemessen. Das Zahnfleisch spielt dabei meist nur eine Nebenrolle – dabei entscheidet es maßgeblich darüber, wie stabil Zähne langfristig bleiben. Ohne gesundes Zahnfleisch verlieren selbst gut gepflegte Zähne ihren Halt. In der Praxis zeigt sich das häufig: Zähne sind kariesfrei, wackeln aber trotzdem. Der Grund liegt fast immer im Zahnfleisch und im darunterliegenden Knochen.

Welche Aufgaben das Zahnfleisch im Mund erfüllt

Das Zahnfleisch (Gingiva) umschließt die Zähne, schützt den Kieferknochen und dichtet den empfindlichen Übergang zwischen Zahn und Körper ab. Gesundes Zahnfleisch ist hellrosa, liegt straff an und blutet nicht. Man könnte sagen: Es funktioniert wie eine gut schließende Tür. Solange sie dicht ist, bleibt alles draußen, was nicht hinein soll.

Ursachen von Zahnfleischbluten – Mehr als zu fest geputzt

Zahnfleischbluten ist weit verbreitet und wird oft verharmlost. Viele denken: „Ich habe wohl zu fest geputzt.“ In den meisten Fällen steckt jedoch eine Entzündung dahinter. Ursache sind bakterielle Beläge, die sich besonders gern am Zahnfleischrand ansammeln.

Ein klassisches Beispiel aus dem Alltag: Beim Putzen blutet es immer an derselben Stelle, also wird dort vorsichtiger geputzt. Oder gar nicht mehr. Das Problem verschwindet dadurch nicht, sondern wird meist schlimmer. Entzündetes Zahnfleisch braucht Reinigung, nicht Schonung.

Parodontitis: Im fehlenden Schmerz liegt die Gefahr

Bleibt eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) bestehen, kann sie sich in eine Parodontitis entwickeln. Dabei zieht sich das Zahnfleisch zurück, der Knochen wird abgebaut, und die Zähne verlieren nach und nach ihren Halt. Das Tückische: Parodontitis verursacht oft kaum Schmerzen, und genau deswegen ist sie so unauffällig. Viele Betroffene merken erst spät, dass etwas nicht stimmt – manchmal erst, wenn er erste Zahn anfängt zu wackeln und man doch eigentlich schon seite zweiten Zähne hat.

Der Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch ist die Problemzone Nummer eins. Hier sammelt sich täglich Zahnbelag, ein feiner Film aus Bakterien. Wird er nicht regelmäßig entfernt, verschiebt sich das bakterielle Gleichgewicht. Die Folge: Entzündung.
Für die beste Zahnputztechnik, die sich auf genau diesen Übergangsbereich fokusiert, lies dir diesen Artikel zur Bass-Methode durch.

Zahnbürsten kommen hier nur begrenzt hin. Deshalb entstehen Zahnfleischprobleme besonders häufig zwischen den Zähnen.

Richtige Zahnfleischpflege im Alltag

1. Zahnbürste, Druck und Technik

Wer hat nicht schon automatisch stärker geschruppt, wenn sie das Gefühl von sehr schmutzigen Zähnen oder starkem Zahnbelag hat?!
Mehr Druck bedeutet aber nicht mehr Sauberkeit. Zahnfleisch reagiert empfindlich auf mechanische Reize. Zu hartes Schrubben kann es verletzen und langfristig zum Rückgang führen. Eine weiche Zahnbürste, sanfte Bewegungen und Regelmäßigkeit sind effektiver als jede Kraftanstrengung.

2. Zahnseide und Interdentalbürsten sinnvoll einsetzen

Zahnseide und Interdentalbürsten sind keine Extras für Perfektionisten oder Zahnärzte, sondern notwendig für gesunde Zahnzwischenräume. Wer sie regelmäßig nutzt, merkt oft schon nach wenigen Tagen: weniger Bluten, weniger Reizungen, insgesamt ein ruhigeres Zahnfleisch.

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Bildquelle: Ri Butov auf Pixabay

Rauchen, Stress und Ernährung. Nicht nur Faktoren für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden. Sie wirken sich auch auf die Gesundheit des Zahnfleisches aus:

Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für Zahnfleischerkrankungen. Besonders heimtückisch: Entzündungen bluten bei Rauchern oft weniger und bleiben dadurch länger unbemerkt.
Eine gesunde Ernährung unterstützt die Zahnfleischgesundheit. Vitamin C ist wichtig für das Bindegewebe (ja, auch im Mund!), Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren können zudem entzündungshemmend wirken. Zahnfleischgesundheit beginnt also nicht nur im Bad, sondern auch am Esstisch.
Stress schwächt das Immunsystem. Auch das kennen wir im Falle anderer Krankheiten, wie Grippe. So ist der Körper eben auch anfälliger für Parodontitis. Zusätzlich kann chronischer Stress die Entzündungen verstärken.

Fehler bei der Zahnfleischpflege

Zu den häufigsten Fehlern zählen zu harter Druck, das Auslassen der Zahnzwischenräume und das Ignorieren von Zahnfleischbluten. Auch der Gedanke „Das wird schon wieder“ gehört dazu – leider oft zu Unrecht.

Fazit: Gesundes Zahnfleisch als Basis für gesunde Zähne

Zahnfleisch ist kein Nebendarsteller, sondern das Fundament der Zahngesundheit. Es schützt, stabilisiert und warnt frühzeitig vor Problemen. Wer langfristig gesunde Zähne behalten möchte, sollte dem Zahnfleisch regelmäßig genug Aufmerksamkeit schenken. Es verlangt keine komplizierten Maßnahmen – aber man bekommt es deutlich zu spüren, wenn man es vernachlässigt.

Deine Zahnarztpraxis Reiniger

Quelle Headerbild: Anna Shvets

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